Bianca Bischer / Stefanie Welk (DE)

Wald Weites Web

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Bianca Bischer / Stefanie Welk (DE)

Wald Weites Web

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Biografie

Bianca Bischer, 2017 Abschluss als Systemischer Coach IFW; 2016 Vereinsgründerin: Greenlounge Verein für Permakultur e.V.; 2015 Aufnahme des Studiums von Permakulturdesign an der Permakulturakademie in Berlin; 2013 Abschluss als Systemische Familientherapeutin und Beraterin; seit 2003 Sozialarbeiterin für Kinder und Familien, zuletzt im Management; 1997 – 2003 Studium der Sozialen Arbeit; 1993 – 2003 Industriedesign für Heidelberger Druckmaschinen AG; 1973 geboren in Heidelberg. Stefanie Welk, 1972 geboren in Heidelberg, 1992 Beginn der künstlerischen Laufbahn. 1992 – 1999 Studium der Psychologie, Universität Heidelberg. 1999 Selbständig als freischaffende Künstlerin. 2001 Studium Philosophy, Cosmology and Consciousness am California Insitute of Integral Studies, San Francisco, USA. 2002 Der Raum im Spannungsfeld von Architektur, Design und Kunst : Lehrauftrag an der Akademie für Gestaltung Rhein- Neckar. Im Interdisziplinären Workshop mit Studierenden entstand eine experimentelle Rauminstallation. 2005 Gedanken-Ordnung – Gedanken- Chaos. Workshop an der Junior-Akademie Adelsheim, Science Academy Baden-Württemberg. 2011 Künstlerische Auseinandersetzung mit den Prinzipien der Permakultur für die Gestaltung alternativer Wohnund Lebensräume. Wiederholte Auslandsreisen nach Griechenland, LandArt Projekt Musenhügel. 2013 Ausbildung in Permakultur-Design. 2013 Eröffnung des Ateliers im Industriehafen Mannheim. 2016 Arbeitsaufenthalt in Bangalore, Indien. Vereinsgründerin: Greenlounge Verein für Permakultur e.V..

Katalog (Deutsch)

1. Leitfragen

›Wie lassen sich über eine künstlerische Installation nachhaltige Lebensräume erschaffen?

›Wie kann der Mensch wieder in einem ganzheitlichen Sinne den Kontakt zum Ökosystem Wald stärken?

›Wie lässt sich über ein Kunstwerk das organismische Leben des Waldes, seiner Bewohner und Besucher bereichern?

Dies sind die Leitfragen, welche uns zu unserer Installation inspiriert haben.

Kunst ist imstande, geistige Räume zu öffnen. Unser Anliegen ist es, darüber hinaus die anthropozentrische Perspektive zu verlassen, um auch das komplexe lebendige Netzwerk Wald und dessen Bedürfnisse und Gesetzmäßigkeiten zu beobachten. Inspiriert wurden wir durch die Permakultur, einem in den 70er Jahren von Bill Mollison begründeten Konzept, das Methoden bereitstellt, um nachhaltige Lebensräume aufzubauen und zu gestalten.

2. Netzwerk Wald

Innerhalb des Ökosystems Wald sind vielfältigste symbiotische Verbindungen maßgeblich. Ein großer Teil des organismischen Waldlebens spielt sich dabei unter der Erdoberfläche ab:

Neben größeren Organismen sind es vor allem Mikroorganismen, die ausschlaggebend für die Humusbildung sind und die Grundlage bilden für eine lebendige Biosphäre. Ein Mysterium ist dabei das Reich der Pilze, das in der Biologie neben Pflanzen und Tieren eine eigene Kategorie bildet. Die komplexe Intelligenzform der Pilze ist ausschlaggebend für ein intaktes Bodenleben und bisher nur kaum erforscht. Kilometerlange Mycelfäden ziehen sich durch den Waldboden und ermöglichen die Kommunikation der Bäume sowie eine Verteilung von Nährstoffen untereinander.

3. Kunst als Habitat – Ein lebendes und wachsendes Kunstwerk

Ausgehend von diesen Beobachtungen entstand die Idee der Wuchsplastik Wald Weites Web. Die Installation füllt eine Lichtung mit 5 – 8 Metern Durchmesser. Zuvor mit Pilzbrut – Limonenseitling, Austernseitling, Rosenseitling, Pioppino, Shiitake – beimpfte Baumstämme wurden auf dem Waldboden arrangiert. Die ca. 60 Äste aus Birkenholz ragen aus der Erde und führen am Boden entlang. Die Form bildet ein häufig in der Natur vorkommendes organisches Wachstumsmuster nach und erinnert an ein Myzelium. Die Installation wird zu einem Riff, einem Habitat für Pilze, deren Fruchtkörper wiederum von den Waldbesuchern geerntet und zu Hause konsumiert werden können.

Catalog (English)

1. Key questions

›How can sustainable biotopes be created through an artistic installation?

›How can people reinforce their contact with the ecosystem of the forest in a holistic sense?

›How can a work of art help to enrich the organismic life of the forest for its visitors?

These are the key questions that inspired us to create our installation.

Art is able to open up spiritual spaces. Beyond this, our aim is to abandon the anthropocentric perspective so as to also observe the complex living network that is a forest, along with its needs and laws. We were inspired by the concept of permaculture founded in the 1970s by Bill Mollison, which is a set of methods for creating and designing sustainable biotopes.

2. The network of the forest

A wide variety of symbiotic connections play crucial roles within the ecosystem of the forest. And a large portion of organismic forest life plays out beneath the soil:

Apart from larger organisms, it is primarily microorganisms that are essential for the formation of humus soil and form the basis for a living biosphere. The realm of fungi is a mystery; in biology they occupy a category of their own alongside fauna and flora. The complex intelligence of fungi is essential for an intact soil life, and to date very little research has been conducted on it. Fungal threads or mycelia several kilometres in length spread through the forest soil and enable trees to communicate with one another, but also ensure that nutrients are distributed.

3. Art as a habitat – a living and growing artwork

With these observations as our starting point, we had the idea for the growing installation Wald Weites Web. The installation fills a clearing that is 5 to 8 meters in diameter. To start with, tree trunks inoculated with mushroom spawn – golden oyster mushrooms, oyster mushroom, pink flamingo oyster mushrooms, pioppino and shiitake – were arranged on the ground. The roughly 60 branches of birch stick up out of the soil and run along the forest floor. The shape mimics an organic growth pattern often occurring in nature and recalls mycelium. The installation becomes a kind of riff, a habitat for fungi that can be harvested by visitors to the forest and consumed at home.